Hier finden Sie die Präsentationen zu den Keynotes und Workshops
Analyse globaler Herausforderungen für internationalen Jugend- und Schüleraustausch durch Polarisierung und demokratische Erosion
Referenten: PD Dr. Veith Selk (TU Darmstadt) und Dr. Stefan Schäfer (Katholische Hochschule NRW)
Impulse zu strategischen Ansätzen und praktischen Handlungsmöglichkeiten für Träger im Schüler- und Jugendaustausch
In angespannten Zeiten von zunehmendem Populismus, Rechtsextremismus und Gewalt zählt der internationale Austausch zu den entscheidenden Schlüsselfaktoren, wenn es um die Stärkung des demokratischen Bewusstseins und das Empowerment junger Menschen geht. Begegnungsprogramme eröffnen Bildungsräume, die die Persönlichkeit nachhaltig stärken und motivieren, sich zu engagieren und sich aktiv für die Gesellschaft einzusetzen, aber auch den Sorgen auf eigene Weise Ausdruck zu verleihen. Aktuell geraten jedoch die erforderlichen Strukturen für die internationale Jugendarbeit und den Schüler- und Jugendaustausch immer mehr unter Druck. Beteuerungen, wie wichtig dieser Sektor für die Stärkung der Zivilgesellschaft in der aktuellen Krisenlage ist, reichen nicht aus. Angesichts enormer Sparmaßnahmen, aber auch vor dem Hintergrund zunehmender gesellschaftlicher Spannungen ist es dringend geboten, sich strategischer aufzustellen und sich als zentraler, gesellschaftspolitischer Akteur mehr Gehör zu verschaffen. Der Beitrag geht dieser Frage nach und leitet Handlungslinien für ein zukunftsfähiges strategisches Konzept ab.
⇒ Download Präsentation Keynote 2
Referentin: Eva Feldmann-Wojtachnia | Leiterin der Forschungsgruppe Jugend und Europa am Centrum für angewandte Politikforschung CAP der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU)
Die Praxis der internationalen Jugendarbeit arbeitet mit einem großen Methodenspektrum. Gleichzeitig ist die internationale Jugendarbeit selbst Methode für Demokratiebildung. In diesem Workshop wollen wir uns der methodischen Auseinandersetzung in der internationalen Jugendarbeit widmen und uns austauschen, wie dies zur politischen Bildung und einer demokratischen Haltung beiträgt. Wir wollen uns mit der praktischen Umsetzung im internationalen Austausch beschäftigen und Thesen entwickeln, wie wir unsere Ziele erreichen und im aktuellen gesellschaftspolitischen Kontext auch zur politischen Bildung der jungen Menschen beitragen.
Referenten: Lea Sedlmayr | Bayerischer Jugendring
Welchen Stellenwert haben politische und gesellschaftliche Aspekte bei der Konzeption und Durchführung von Austauschprogrammen und Jugendbegegnungen? Angesichts der innen- und außenpolitischen Entwicklungen seit der Pandemie, der Kriege in der Ukraine und im Gaza-Streifen, des gewachsenen Einflusses autoritärer, nationalistischer und faschistischer Kräfte sowie des Drucks, den autoritäre Regierungen in vielen Ländern auf die Zivilgesellschaft ausüben, kann nicht bestritten werden, dass unser Feld sich politisch positionieren muss.
Referenten: Gregor Christiansmeyer, Sozialinstitut Kommende Dortmund, Dr. Stefan Schäfer, transfer e.V. und Katholische Hochschule Köln sowie Knut Möller, AJA Arbeitskreis gemeinnütziger Jugendaustausch
Virtuelle Räume sind für viele Akteure im internationalen Jugendaustausch noch ungewohnt und oft mit Unsicherheiten verbunden. Dabei bieten sie großes Potenzial für Teilhabe, Demokratiebildung und interkulturelles Lernen.
In diesem Workshop sehen wir virtuelle Räume nicht als Ersatz, sondern als strategische Erweiterung realer Begegnungen. Gemeinsam diskutieren wir:
Referentinnen: Meike Köhler und Sophie Burger, Stiftung Juve – Jugend verbindet Deutschland mit Osteuropa und Zentralasien
Jedes Jahr vermitteln die AJA-Organisationen circa 1500 Schüler*innen aus der ganzen Welt für mehrere Monate in Gastfamilien in ganz Deutschland. Die Gastfamiliensuche in Deutschland erweist sich jedoch zunehmend als Herausforderung. Die breit angelegte „Gastfamilien-Studie“ von Experiment e.V. und der Universität zu Köln setzt genau hier an. Eine Onlinebefragung im Sommer 2025 zielte darauf ab nachzuvollziehen, was Familien zur Aufnahme motiviert, unterstützt oder vielleicht auch zögern lässt. Mehr als 1000 Menschen haben an der Studie online per Fragebogen teilgenommen. Im Rahmen der Fachkonferenz stellen wir erste Studienergebnisse vor und diskutieren zentrale Erkenntnisse. Wir laden zum Austausch über Perspektiven und Lösungsansätze für die Zukunft des Schüleraustauschs in und nach Deutschland ein.
Referent*innen: Dr. Markus Gamper, Universität zu Köln sowie Bettina Wiedmann und Meike Zepp, Experiment e.V.
Bereits 2022 wurde in Nürnberg ein aktualisierter lokaler Entwicklungsplan im Rahmen der Netzwerkstruktur „Kommune goes international“ erstellt. Parallel dazu wurde eine Akkreditierung für Erasmus + beantragt, um den internationalen Jugendaustausch für mobilitätsferne Jugendliche in Nürnberg weiter aufzubauen. Zur strategischen und konzeptionellen Weiterentwicklung der internationalen Jugendarbeit in Nürnberg und darüber hinaus wurde die Kooperation mit der Stiftung Jugendaustausch Bayern angestrebt. Durch die gemeinsame Finanzierung einer lokalen Koordinationsstelle soll die Zusammenarbeit der städtischen Akteure in Nürnberg strukturiert gesteuert werden. Die Koordinationsstelle wird unter anderem einen Beirat einrichten, der alle Akteure der Stadtgesellschaft miteinbezieht, um das Thema internationaler Jugendaustausch in der Stadt zu verankern.
Im Workshop wird die Idee dieses „Nürnberger Modell“ vorgestellt und diskutiert.
Referent*innen: Judith Fesser, Stiftung Jugendaustausch Bayern und Jürgen Reuther, Jugendamt Nürnberg

